Gründungsmitglied sagt Adé

Fuldaer Tafel: Wolfgang Arnold löst Heinz Steege nach zwölf Jahren ab

 

Die Fuldaer Tafel hat einen neuen Vorsitzenden. Nach über zwölfjähriger Tätigkeit als erster Vorsitzender stellte sich Gründungsmitglied Heinz Steege bei der Mitgliederversammlung im Haus Oranien nicht mehr zur Wahl. Als Dank und Anerkennung für seinen Einsatz und seine Verdienste für die Fuldaer Tafel wählte ihn die Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden. Zu seinem Nachfolger im Amt des ersten Vorsitzenden wurde Wolfgang Arnold gewählt, der bisher stellvertretender Vorsitzender war.

 

Neu im Vorstand der Fuldaer Tafel sind außerdem die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Harald Schnez und Uwe Wiencke sowie Steffi Heilig im erweiterten Vorstand. In ihren bisherigen Ämtern bestätigt wurden Barbara Hermann (Schatzmeisterin), Hildegard Reichardt (Schriftführerin), Klemens Koeth und Prof. Dr. Winfried Fassbinder (beide erweiterter Vorstand).

Mit sehr persönlichen Worten dankte Klemens Koeth, wie Heinz Steege Gründungsmitglied der Fuldaer Tafel und viele Jahre lang sein Stellvertreter, dem scheidenden Vorsitzenden für dessen großes Engagement für die Fuldaer Tafel. "Wir verdanken dir sehr viel. Du bist ein Mann, der sich unglaublich eingesetzt hat. Du bist alle Aufgaben zielstrebig, zäh und mit Mut angegangen." In den zwölf Jahren als erster Vorsitzender habe Heinz Steege, so Koeth, deutlich über 10.000 Arbeitsstunden für die Fuldaer Tafel geleistet.

Koeth erinnerte an die Anfänge der Fuldaer Tafel, als er gemeinsam mit Heinz Steege begonnen habe, die Tafel aus dem Nichts aufzubauen. "Die Geschichte der Fuldaer Tafel ist eine Erfolgsgeschichte, und sie ist eine der besten Tafeln Hessens. Dafür ist zum großen Teil Heinz Steege verantwortlich." Es sei ein Glücksfall für die Fuldaer Tafel gewesen, dass mit ihm ein erfahrener Organisator an der Spitze gestanden habe. "Es wird für uns nicht einfach sein, alles weiter so zu verwirklichen wie du das getan hat", sagte Koeth. Für Heinz Steege ist nach eigenen Worten der Abschluss seiner Tätigkeit im Vorstand der Fuldaer Tafel eine "hoch emotionale Angelegenheit". "Bemessen Sie Ihre Tätigkeit nicht nach Stunden, sondern nach dem, was für die Menschen dabei herauskommt", gab er dem künftigen Tafel-Vorstand mit auf den Weg.

Zuvor hatte Heinz Steege in seinem letzten Vorstandsbericht die Bilanz des vergangenen Jahres gezogen. Aktuell haben 1881 Personen (2014: 1410 Personen) einen Einkaufsausweis der Fuldaer Tafel. Damit unterstützt die Fuldaer Tafel insgesamt 4180 Menschen (2014: 3283), darunter 1589 Kinder (2014: 1238 Kinder). Zur Kundenstruktur berichtete Steege, dass zurzeit 39 Prozent (2014: 47 Prozent) der Tafel-Kunden Bezieher von ALGII sind. Eine große Gruppe innerhalb der Tafelkunden sind weiterhin Alleinerziehende mit Kindern und Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind.

Am schnellsten gewachsen ist nach seinen Angaben die Anzahl der Asylbewerber und Flüchtlinge unter den Kunden der Fuldaer Tafel: Waren es im Jahr 2012 noch 51 Menschen, so sind es zurzeit 522 Ausweisinhaber und insgesamt 1159 Menschen, die von der Tafel unterstützt werden. Damit liegt ihr Anteil bei derzeit knapp 28 Prozent der Tafel-Kunden.

Die Zahl der Abholungen lag in den ersten neun Monaten dieses Jahres bei knapp 14.000, sodass im gesamten Jahr wie schon im Vorjahr mit etwa 18.500 Abholungen gerechnet wird. Deutlich weniger geworden ist nach den Worten Steeges allerdings die Menge der Lebensmittel, die zur Weitergabe zur Verfügung stehen. Hier mache sich die engere Kalkulation bei den 45 Lieferanten bemerkbar.

Zur Abwicklung der täglichen Tafelarbeit werden weiterhin 30 ehrenamtliche Helfer pro Ausgabetag gebraucht. Allen 120 Helferinnen und Helfern und allen, die für die Fuldaer Tafel tätig sind, dankte Steege besonders herzlich, denn „ohne Sie wäre die Tafelarbeit nicht möglich“.  +++